Wasserburg Ollendorf
Wasserburg Ollendorf
Thüringen


Der Ort Ollendorf liegt in der Mitte Thüringens zwischen Erfurt und Weimar. Einst war das Dorf eine wichtige Siedlung an einer der bedeutendsten mittelalterlichen Handelsstraßen, der via regia, auch "Hohe Königsstraße" genannt.

Am Rande des Dorfes befindet sich die von einem Wassergraben umgebene Burg, die als ein unregelmäßiges Viereck angelegt ist. Im Mittelalter als Geleitburg für Reisende entlang der via regia genutzt, diente sie seit dem 18. Jahrhundert vorrangig landwirtschaftlichen Zwecken. Nach einem Brand der Burg entstand 1694 das heutige Herrenhaus, ein schlichter Bau des ländlichen Barock. Die ursprüngliche Raumstruktur des Gebäudes sowie viele Baudetails, wie Türen, Beschläge, Paneele und Sockelsteine, sind original erhalten. Teilweise sind auch die originalen Farbfassungen noch vorhanden. Von der mittelalterlichen Anlage künden heute hingegen nur noch Teile der Umfassungsmauer und des nordöstlich gelegenen Turmes. Die Nebengebäude innerhalb des Wassergrabens, die von bemerkenswerter architektonischer Gestaltung sind, entstammen ebenso wie der Fachwerkspeicher im vorgelagerten Gutshof dem 19. Jahrhundert. Seit den 70er Jahren stand die Burg leer und war dem Verfall preisgegeben.

Im Jahre 1997 begann der Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. mit der Instandsetzung der Burg. Im Umfeld der Stadt Weimar, die 1999 Kulturstadt Europas war, entsteht in der Wasserburg Ollendorf ein kreativer, kunstsinniger und offener Ort entstehen, der von jungen Menschen instandgesetzt und belebt wird. In den Sommermonaten kommen junge Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten und mit dem Erarbeiteten entlang der via regia auf die Reise zu gehen. 1999 und 2000 finden Projekte in den Genres Musik, Theater, Tanz und Bildende Kunst statt.